wer steuert gerade?

wer steuert gerade?
Die Herzratenvariabilität wird aus den zeitlichen Abständen zwischen den Herzschlägen berechnet. Steigt die Herzfrequenz, werden diese Abstände automatisch kürzer. Dadurch sinkt bereits rein mathematisch die mögliche Variabilität. Eine sinkende HRV ist daher zunächst keine Aussage über Stress, Krankheit oder Erholung, sondern zunächst eine Folge der höheren Herzfrequenz.

Genau deshalb reicht die HRV allein oft nicht aus, um den aktuellen Zustand des Körpers zu beurteilen.

Die entscheidende Frage lautet:

Wer steuert gerade – Psyche oder Physiologie?

Der Blick auf die Beziehung zwischen Herzfrequenz und Blutdruck liefert dafür eine einfache Orientierung.

Bei einem gesunden Menschen verhalten sich Herzfrequenz und Blutdruck in Ruhe gegenläufig. Steigt der Blutdruck, sinkt die Herzfrequenz. Sinkt der Blutdruck, steigt die Herzfrequenz. Das System reguliert sich selbst und hält das Gleichgewicht aufrecht.

Unter körperlicher Aktivität verändert sich dieses Muster. Herzfrequenz und Blutdruck steigen gemeinsam an, um den erhöhten Bedarf des Körpers zu decken. Beide Größen bewegen sich nun in dieselbe Richtung.

Damit entsteht eine einfache Unterscheidung:

Gegenläufig = Regulation und Gleichgewicht.

Gleichläufig = körperliche Aktivität und physiologische Leistung.

Die HRV zeigt, dass sich etwas verändert.

Die Beziehung zwischen Herzfrequenz und Blutdruck zeigt, wer gerade steuert.

Redaktionell verantwortlich

Holger Redtel

Geschäftsführer REDTEL · Entwickler der BPER-Kalibrierungslogik

  • Mitautor der begutachteten Fachveröffentlichung „Autonomous Calibration of Blood Pressure Dependent Data Using Second-Order Blood Pressure Variation for a Future Mobile Diagnostic“ (IEEE Access, 2024)
  • Seit 2008 Forschung bei REDTEL zur belastungsfreien kontinuierlichen Blutdruckmessung und Entwicklung des Kalibrierungsgeräts BPER

Verantwortet die Beiträge dieses Bereichs redaktionell.

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