FORSCHUNG

REDTEL betreibt in Perleberg eigene Forschung zur kontinuierlichen, belastungsfreien Blutdruckmessung – also zu Verfahren, die den Blutdruck fortlaufend erfassen, ohne bei jeder Messung eine Manschette aufzupumpen. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Frage, wie sich solche Verfahren zuverlässig kalibrieren lassen, wenn die klassische oszillometrische Messung mit Manschette als Referenz an ihre Grenzen stößt.

Seit 2008 forscht Holger Redtel bei REDTEL an diesem Thema und hat daraus das Kalibrierungsgerät BPER entwickelt. 2024 ist eine gemeinsame Arbeit mit Martin Deutges in der Fachzeitschrift IEEE Access erschienen: „Autonomous Calibration of Blood Pressure Dependent Data Using Second-Order Blood Pressure Variation for a Future Mobile Diagnostic“. Sie beschreibt, warum der systematische Fehler der manschettenbasierten Referenzmessung in der Größenordnung der Blutdruckschwankung zweiter Ordnung liegt, und leitet daraus Anforderungen an eine belastungsfreie, autonome Kalibrierung ab.

Auf dieser Seite sammelt REDTEL Beiträge, die aus dieser Forschungsarbeit hervorgehen oder mit ihr zusammenhängen: zum Beispiel Vergleiche unterschiedlicher Messmethoden und Messorte (Oberarm, Handgelenk), Fragen zur Genauigkeit handelsüblicher Blutdruckmessgeräte und Smartwatches sowie die Wechselwirkung zwischen Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und dem gemessenen Pulsdrucksignal. Die Beiträge richten sich an Fachpublikum ebenso wie an interessierte Leserinnen und Leser aus Perleberg und der Prignitz, die verstehen möchten, wie moderne Blutdruckmessung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen.

Die Forschung ist eng mit dem Angebot von REDTEL verknüpft: Herzsport, Rehasport und Physiotherapie im Stadtbad Redtel profitieren unmittelbar davon, wenn sich Belastung und Kreislaufreaktion der Teilnehmenden genauer beurteilen lassen. Einzelne Beiträge nennen daher auch REDTELs eigenes Produkt BPER (bper.health) – das ist an der jeweiligen Stelle als Interessenkonflikt gekennzeichnet, ebenso wie die Quellen, auf denen ein Beitrag beruht.

Nicht jeder Beitrag in diesem Bereich beschreibt REDTELs eigene Forschung unmittelbar. Ein Teil ordnet externe Studien und aktuelle Diskussionen ein, etwa zur Frage, wie stark ein einzelner Messwert vom tatsächlichen Blutdruckverlauf über den Tag abweichen kann, oder zu Unterschieden zwischen Messungen am Oberarm und am Handgelenk. Medizinische Beiträge nennen jeweils am Ende die Quellen, auf die sie sich stützen, und weisen darauf hin, dass sie keine ärztliche Beratung ersetzen – bei Fragen zum eigenen Blutdruck oder zu einer Vorerkrankung ist der Arztbesuch weiterhin der richtige Weg.